Forschungszulagengesetz in ungewöhnlichen Zeiten oder … Ride the horse in the direction it is going.

Das Coronavirus COVID-19 hat die Wirtschaft vieler Länder fast zum Erliegen gebracht.

So beginnen derzeit die meisten Beiträge in Zeitschriften oder Nachrichten. Eine weltweite Krise ist entstanden und Unternehmer ringen damit, wie man notwendige Schutzmaßnahmen und wirtschaftlichen Fortbestand bestmöglich in Einklang bringen kann.

Aber lassen Sie uns die Sache einmal aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Was wäre, wenn

Sie ihr Unternehmen transformieren könnten? Sogar genau dort wachsen und erfolgreich sein könnten wo sie jetzt stehen? Sie könnten die Herausforderungen annehmen und diese Zeit als Chance für Forschung und Entwicklung nutzen. Je größer die Herausforderung, desto größer der potenzielle Erfolg!

Viele Fragen entstehen derzeit bei Gesprächen in den Führungsebenen.

Wie kann man sich auf diese Zeit nach der Pandemie bestmöglich vorbereiten?

und noch viel wichtiger …

Soll man die Unternehmensprozesse sowie das Produktspektrum nach den gleichen Strategien ausrichten wie zuvor?

Wie kann das entstandene Defizit schnellstmöglich wieder ausgeglichen werden?

Wie kann trotzdem noch Wachstum geschaffen werden?

Der Schlüssel ist nicht unbedingt etwas anderes zu tun, sondern anders zu sein. Eine neue Möglichkeit steckt oft in der Verpackung eines Problems! Die Kunst besteht darin aus der unausweichlichen Krise eine neue Chance für das ganze Unternehmen zu kreieren.

Forschung bedeutet neue Erkenntnisse und Zuwachs an Wissen. Das sorgt in einer Marktwirtschaft dafür, dass Unternehmen auch zukünftig bestehen und Gewinne verzeichnen. Forschung schafft Arbeit! Diese Zeit des Stillstandes von Produktionsprozessen und des Innehaltens der üblichen Routine-Mechanismen innerhalb des Unternehmens bietet die einmalige Chance im Bereich Forschung- und Entwicklung neue Wege zu gehen. Produktentwicklungen, für die zuvor kaum Zeit und Geld vorhanden war, können nun in Angriff genommen werden.

Zur Unterstützung solcher Vorhaben, hat der Gesetzgeber am 01. Januar 2020 das Forschungszulagengesetz (FZulG) beschlossen.

„Mit der steuerlichen Forschungsförderung bekommen wir ein Zugpferd für nachhaltigen Wohlstand und neue Arbeitsplätze. Angesichts einer sich eintrübenden Konjunktur sowie tiefgreifender technologischer Transformationsprozesse der Wirtschaft kommt sie jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt. Es wird der deutschen Wirtschaft neue Impulse geben.“

Anja Karliczek Bundesministerin für Bildung und Forschung

Kriterien für begünstigte Vorhaben

§ 2 FZulG nennt für begünstigte Forschungs- und Entwicklungstätigkeit fünf Kriterien:

  1. auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse abzielen (Neuartigkeit),
  2. auf originären, nicht offensichtlichen Konzepten und Hypothesen beruhen, damit schöpferisch sein,
  3. in Bezug auf das Ergebnis ungewiss sein,
  4. einem Plan folgend und budgetiert sein (Systematik),
  5. zu Ergebnissen führen, die reproduziert werden können (Übertragbarkeit/Reproduzierbarkeit).

Alle Bereiche werden gefördert.

Dies betrifft alle Bereiche. Grundlagenforschung, industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung – Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus all diesen Kategorien sind förderfähig. Es gibt dabei keine Einschränkung auf bestimmte Branchen oder Tätigkeiten. Sie soll eine Ergänzung zu bestehenden Förderungen sein. Eine Doppelförderung ist damit ausgeschlossen.

Wer ist antragsberechtigt und wohin geht der Antrag?

Sofern ein Unternehmen in Deutschland steuerpflichtig ist und Forschung und Entwicklung betreibt, ist es auch antragsberechtigt. Eine Förderung ist nunmehr auch für die Vergabe eines Forschungsauftrages beim Auftraggeber (Auftragsforschung) möglich. Gerade für kleinere Unternehmen ist dies von Vorteil.

Beantragt wird die Forschungszulage beim Finanzamt, die Förderfähigkeit prüft eine externe Bescheinigungsstelle. Diese Bescheinigungsstelle ist allerdings vom Gesetzgeber noch nicht definiert. Dies soll im Laufe des Sommers (voraussichtlich bis 30.06.2020) geschehen. Zudem wird es ein einheitliches Antragsformular zum Ausfüllen geben.

Befindet sich ein Unternehmen in einer Verlustphase, wird dies auch gefördert.

Die neue Forschungszulage beträgt 25 % der förderfähigen Aufwendungen. Betroffen sind somit dem Lohnsteuerabzug unterliegende Löhne und Gehälter der Arbeitnehmer/-innen Cell Phone Number Trace , die in begünstigten Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mitarbeiten. Bei der Auftragsforschung werden 60 Prozent des Entgeltes, das der Auftraggeber an den Auftragnehmer leistet, als förderfähiger Aufwand angesehen.

Die förderfähige Bemessungsgrundlage wird jedoch pro Unternehmen/Konzern auf eine Obergrenze von 2 Mio. Euro pro Wirtschaftsjahr begrenzt. Das führt zu einer höchstmöglichen Forschungszulage pro Wirtschaftsjahr von 500.000 Euro.

Besonderheiten bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften

Für Einzelunternehmen und Gesellschafter einer Mitunternehmerschaft sieht das Gesetz Sonderregelungen vor. Danach können nachgewiesene Eigenleistungen von Einzelunternehmern und Gesellschaftern in pauschalierter Höhe (EUR 40 je Arbeitsstunde puttygen , maximal 40 Arbeitsstunden pro Woche) förderfähig sein. Hierdurch können auch nicht als Kapitalgesellschaft organisierte Unternehmer von der Zulage profitieren.

Wie erhält man die Förderung?

Die Forschungszulage wird auf die Ertragssteuerschuld des Steuerpflichtigen angerechnet. Ist die Forschungszulage höher als die im Rahmen der nächsten Veranlagung festgesetzte Steuer, wird der höhere Betrag als Steuererstattung entrichtet. Die Förderung soll also in Form einer Steuergutschrift wirken.

Die Dokumentation der eingereichten Forschungs- und Entwicklungsprojekte ist dabei nicht zu unterschätzen, denn sie muss zum einen die Einschätzung erlauben, ob es sich bei dem Vorhaben um eine der begünstigten Kategorien handelt. Zum anderen müssen die Angaben im Rahmen einer nachträglichen Prüfung im Detail nachprüfbar sein und zudem einer möglichen Revision standhalten. Dies kann schwierig werden, wenn es dazu noch keine internen Prozesse gibt.

Das strikte Verbot der Doppelförderung muss unbedingt beachtet werden. Gibt es mehrere Förderprojekte dürfen dieselben Kosten nicht mehrfach angesetzt werden. Bei Zuwiderhandlung wird dies in Folge geahndet werden.

Es ist nicht immer einfach im Behördendschungel den richtigen Weg zum Ziel zu finden. Damit Sie aus dem momentanen Nachteil eine nachhaltige Möglichkeit für Ihr Unternehmen schaffen können, gebe ich dem neuen Zugpferd des BMBF gerne einen Klapps, damit es in die richtige Richtung läuft.

Kommen Sie gerne auf mich zu.

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